Dienstag, 11. September 2012

Mira und der weiße Drache - ein zauberhaftes Kinderbuch

Mira ist gar nicht begeistert! Da ihre Mutter nach Berlin reisen muss und ihre Tochter nicht mitnehmen kann, soll diese nun zu ihrer Großtante aufs Land fahren. Auf dem Weg dorthin lernt sie das Mädchen Miranda kennen, das ihr aus einer unangenehmen Situation hilft. Angekommen bei ihrer Großtante fühlt sich Mira zunächst sehr verloren. Tante Lisbeth ist eine ordnungsliebende ältere Dame, die unmissverständlich deutlich macht, wie sehr ihr Miras Aufenthalt Unannehmlichkeiten bereitet.
Als sie aus Langeweile eine nahegelegende Burg besichtigt, trifft sie zufällig erneut auf Miranda, die sich oberhalb der Bibliothek versteckt hält. Steigt da wirklich gerade ein kleiner Drache aus dem Buch, das Miranda da auf ihrem Schoß hält? Mira ist zunächst tief verwirrt, doch als sie nochmals nach Miranda schauen will, ist diese nicht mehr aufzufinden. Nur das mysteriöse Buch liegt verlassen auf ihrem Platz. Heimlich und mit aufkommendem schlechten Gewissen steckt Mira das Buch ein.
In ihrem kleinen Zimmer bei ihrer Tante Lisbeth angekommen, blättert sie neugierig darin. Einer Eingebung folgend spricht sie dabei denselben Spruch, den sie auch schon aus Mirandas Mund gehört hat und siehe da: Tatsächlich steigt der weiße Drache erneut aus dem Buch. Fassungslos starrt sie das merkwürdige Wesen an, doch was sie dann von ihm erfährt, stellt ihre Welt total auf den Kopf.

Margit Ruile ist mit "Mira und der weisse Drache" ein wundervoller Auftakt einer Kinder-/Jugendbuchreihe gelungen. Das Mädchen Mira entdeckt hier die zauberhafte Welt der Magie und macht Bekanntschaft mit weißen und schwarzen Zauberern, sprechenden Brunnen und Gartenzwergen und fantasievollen Geisterscheinungen. Durch die Entdeckung der Geheimnisse des Buches wird sie ein Teil dieser Welt und als dieses gestohlen wird, macht sie sich gemeinsam mit Miranda auf die gefährliche Suche danach. Dabei erlebend die beiden viele Abenteuer, die ihre Freundschaft festigt. Wird es ihnen gelingen, das Buch vor den schwarzen Zauberern zu retten? Und wer ist der Verräter in den Reihen der weißen? Wem können sie noch trauen?

Der Schreibstil der Autorin ist sehr flüssig und leicht zu lesen. Die Charaktere sind liebevoll und sehr detailreich gezeichnet, ebenso wie der Rest des Buches. Gleich zu Beginn habe ich mich mit Mira verbunden gefühlt und ihre Abenteuer miterlebt. Besonders gut gefallen hat mir ein wunderschöner Zaubergarten und seine Bewohner, der durch die ausführlichen Beschreibungen direkt vor meinem geistigen Auge erschienen ist. Der eigenwillige Gartenzwerg, der direkt mein Migefühl hatte, ebenso wie das geniale Visitenkartenmännchen gehören zu den liebevollen Details, die das Buch zu etwas Besonderem machen. Mir hat das Buch mit dem ansprechenden Cover ausgezeichnet gefallen und ich würde es auch außerhalb der angegebenen Altersklasse empfehlen, da ich überzeugt davon bin, dass auch Erwachsene daran Gefallen haben werden. Der zweite Band der Reihe ist übrigens letzten Monat erschienen und wird sich bestimmt bald in meinem Bücherregal einfinden.