Samstag, 22. April 2017

Die Erwählten von Aranea Hall

"Als Liv ohne ein Wort der Erklärung auf eine Fähre verfrachtet wird, glaubt sie, dass ihre Mutter sie in eine Besserungsanstalt abschiebt. Doch das Internat »Aranea Hall«, das abgeschieden auf einer Insel liegt, ist luxuriös und technisch hochklassig ausgestattet. Liv stellt fest, dass jeder ihrer Mitschüler über außergewöhnliche Fähigkeiten verfügt und sie fragt sich, was sie selbst in »Aranea Hall« verloren hat. Als sie mehr Zeit mit Jayce, einem attraktiven »Bad Boy«, verbringt, erfährt sie von der verborgenen Geschichte der Welt, dem epischen Kampf zweier Geheimgesellschaften Arachne und Nadir – und dass »Aranea Hall« ein Ausbildungscamp für Arachne ist. Doch noch schockierender ist die Erkenntnis, dass ihre Mutter sie ihr ganzes Leben lang belogen hat. Wer ist Liv wirklich und wem kann sie überhaupt noch trauen?" (Quelle: ueberreuther Verlag)

Meine Meinung:

Dies ist nicht mein erstes Buch von Susanne Gerdom und wird auch hoffentlich nicht mein letztes sein. Mit "Dracyr - Das Herz der Schatten" hatte sie damals mein Leserherz begeistert und seitdem habe ich begeistert einen Roman nach dem anderen verschlungen.

Ein Jugendroman mit Fantasyanteilen und dann noch in einem Internat... das verspricht auf jeden Fall eine Menge Lesespaß. Das Cover verheißt viel Spannung und mir gefällt, wie das Spinnennetz dort hineingearbeitet worden ist. Der offizielle Klappentext, der auf Verlags- und Verkaufsseiten zu finden ist, verrät für meinen Geschmack leider viel zu viel. Allerdings lautet der tatsächliche Klappentext auf dem Buch ganz anders und ist meines Erachtens viel besser - mir macht er auf jeden Fall Lust, das Buch zu lesen.

Die Handlung beginnt ohne große Einleitung und wird aus der Sicht von Liv erzählt. Das verschafft mir zum einen einen wunderbaren Einblick in die Gedanken- und Gefühlswelt der Protagonistin, zum anderen weiß ich so nur genauso viel wie sie und tappe gemeinsam mit ihr im Dunkeln auf der Suche nach Antworten.

Liv selbst gefällt mir sehr gut; sie ist eine starke, junge Frau. Sie setzt sich gerne von der Masse ab und geht ihren eigenen Weg. Das zeigt sie nicht nur durch ihren besonderen Look, sondern auch durch ihr Verhalten. Sie fühlt sich alleingelassen und verraten von ihrer Familie. Und das nach allem, was sie in letzter Zeit durchgemacht hat. Der schwere Unfall hat sie ziemlich aus der Bahn geworfen, doch ihre Mutter hat ihr nicht einmal Zeit gelassen, sich von ihren Freunden zu verabschieden, so schnell hat sie sie nach Aranea Hall abgeschoben. Vor allem ihr Freund Tom fehlt ihr und niemand hat ihr gesagt, wie es ihm geht, denn auch er hat mit in dem Unfallwagen gesessen.

Die weiteren Charaktere finde ich ebenfalls sehr interessant; wirklich nahegekommen ist mir von ihnen aber keiner, was ich ein bisschen schade finde. In der Geschichte liegt der Fokus ganz klar auf Liv.

Lange werde ich als Leser im Unklaren gelassen, was sich tatsächlich hinter der Schule verbirgt. Natürlich tun sich Vermutungen auf, die zum Teil dann auch bestätigt werden. Zum Ende hin erfährt die Geschichte dann einen Tempowechsel und die Autorin gibt förmlich Vollgas. Viele Dinge werden aufgeklärt und teilweise geht mir das fast zu schnell. Ich hätte es schöner gefunden, wenn sich ein Teil der Geschehnisse auf einen zweiten Band erstreckt hätte.

Inhaltlich scheint sich die Autorin aber auf jeden Fall die Option auf eine Fortsetzung offengehalten zu haben. Die meisten Geheimnisse werden zwar gelöst, vollständig aufgeklärt ist die Handlung aber nicht. Gerne würde ich mehr von Liv lesen und hoffe, dass dann auch die anderen Charaktere mitsamt ihren besonderen Fähigkeiten mehr Facetten bekommen.

Fazit:

Mit "Die Erwählten von Aranea Hall" hat mich Susanne Gerdom in eine spannende Welt entführt, in der es durchaus fantastische Aspekte gibt. Mit ihrem lockeren und leichten Schreibstil hat sie mich gut unterhalten durch die Handlung geführt, von der ich gerne noch einen Nachschlag hätte. Diesbezüglich hoffe ich sehr auf eine Fortsetzung.






gebundenes Buch mit 384 Seiten
Verlag: ueberreuther
Facebookauftritt des Verlags → HIER
erschienen: 17.03.2017
Alter: ab 12 Jahren
Preis: 16,95 Euro
ISBN: 978-3-7641-7070-7
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Website der Autorin → HIER

Vielen Dank an die Autorin für die Zusendung eines Rezensionsexemplars.














Montag, 3. April 2017

Der Prinz der Elfen

"Die Geschwister Hazel und Ben leben in dem Ort Fairfold, der an das magische Elfenreich grenzt. Seit Jahrzehnten steht dort, mitten im Wald von Fairfold, ein gläserner Sarg, in dem ein Elfenprinz schläft – von Touristen begafft und von der Bevölkerung argwöhnisch beäugt, auch wenn Hazel und Ben die alten Geschichten nicht glauben. Seit Kindertagen fühlen sie sich zu dem schlafenden Jungen magisch hingezogen, ihm vertrauen sie alle ihre Geheimnisse an. Inzwischen ist Hazel 16 und küsst immer neue Jungs, um die Leere in ihrem Herzen zu füllen. Doch als eines Tages der Sarg leer ist und der Prinz erwacht, werden die Geschwister in einen Machtkampf der Elfen gezogen. Hazel muss die Rolle annehmen, in die sie sich als Kind immer geträumt hat: als Ritter gegen ein dunkles Monster kämpfen …" (Quelle: randomhouse)

Meine Meinung:

Ich mag Holly Blacks Bücher und so lag "Der Prinz der Elfen" bereits auf meiner Wunschliste bevor das Buch überhaupt erschienen ist. Umso mehr habe ich mich gefreut, es über eine Aktion des Verlags vorab lesen zu dürfen. Der Klappentext verspricht auf jeden Fall jede Menge Fantasyspaß und auch das Cover würde mich definitiv anlocken, wenn ich es in einer Buchhandlung sehen würde.

Der Einstieg ins Geschehen fällt leicht. Die Autorin stellt zunächst die Protagonisten und die Örtlichkeit vor und schnell wird mir klar, dass vor allem Hazel mir sehr sympathisch ist. Sie ist sehr verschlossen und hat eine doch eher ungewöhnliche Angewohnheit, die sich im Laufe der Handlung jedoch erklärt. Der Fokus der Geschichte liegt definitiv auf ihr. Sie ist stark und mutig und liebt ihren Bruder über alles.

Ben ist etwas Besonderes, denn er hat als Baby eine Gabe von einer Elfe erhalten. Hat er sie anfänglich begeistert genutzt, macht sie ihm im Laufe der Jahre doch immer mehr Angst und so greift er zu außergewöhnlichen Maßnahmen, um für sich die Kontrolle zu behalten.

Gut gefallen hat mir das Weltenbild der Autorin. In Fairfold leben Menschen und das kleine Volk Seite an Seite. Die Bürger wissen um die Gefährlichkeit der Elfen und haben die Kenntnisse, wie man ihnen begegnen muss, von Generation zu Generation weitergegeben. Ganz im Gegensatz zu den Touristen, für die der schlafende Elf in seinem Sarg im Wald einfach nur eine riesengroße Attraktion ist. Doch die Gefahren die dort auch lauern, werden von ihnen verkannt.

Hazel und Ben haben eine ganz besondere Beziehung zu dem Elfen im gläsernen Sarg, den sie für einen Prinzen halten. Sie verbringen beide schon als Kinder sehr viel Zeit bei ihm im Wald. Ihm erzählen sie ihre Geheimnisse und denken sich Geschichten aus, in denen sie die Helden sind. Als der Elf dann eines Tages unerwarteterweise tatsächlich aufwacht, müssen die Geschwister beweisen, was tatsächlich in ihnen steckt, denn es wird nicht nur für sie gefährlich, sondern für alle, die in Fairfold leben.

Es war schön, mal wieder einen Einzelband zu lesen. Holly Blacks Schreibstil ist sehr angenehm und fließend und lässt keine Längen aukommen. Sie hat die Geschichte zu einem gelungen Ende geführt und mir mit ihrem Roman eine schöne Lesezeit bereitet.

Fazit:

Mit "Der Prinz der Elfen" hat Holly Black einen neuen Jugendfantasyroman auf den Markt geworfen, der ihren anderen Romanen in nichts nachsteht. Spannend führt sie mit ihrem angenehmen Schreibstil durch die Handlung, so dass die Seiten nur so dahinfliegen. Ich hoffe, dass sie sehr bald wieder neuen Lesestoff herausbringen wird.






gebundenes Buch mit 416 Seiten
Verlag: cbt
Autorin: Holly Black

Übersetzer/in: Anne Brauner
Facebookauftritt des Verlags → HIER
erschienen: 03.04.2017
Alter: ab 14 Jahren
Preis: 16,99 Euro
ISBN: 978-3-570-16409-9

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Vielen Dank an den cbt Verlag für die Zusendung eines Rezensionsexemplars.

Samstag, 25. März 2017

Königreich der Schatten - Die wahre Königin

"Tiefe Finsternis, die seit siebzehn Jahren über dem Reich Relhok liegt, und die dicken Mauern ihres Turms – etwas anderes kennt Luna nicht. Sie muss sich verstecken, damit die Welt sie für tot hält, nachdem ein Verräter ihre Eltern ermordete, um sich der Krone zu bemächtigen. Als sie fliehen muss, weil ihr Leben in Gefahr ist, hilft ihr der Waldläufer Fowler. Er erfüllt ihre dunkle Welt mit Licht, doch nicht einmal ihm darf sie sagen, dass sie die wahre Königin Relhoks ist. Denn der neue König sucht nach ihr, um sicherzustellen, dass sie niemals ihren Thron besteigen wird." (Quelle: HarperCollins)

Meine Meinung:

Seit der "Firelight"-Trilogie bin ich ein Fan von Sophie Jordan. Nachdem sie mich auch mit "Infernale" überzeugen konnte, war es klar, dass ich auch ihr neuestes Buch lesen wollte. Das Cover ist ein echter Blickfang und auch der Klappentext verspricht jede Menge geniale Fantasy-Lesezeit.

Der Einstieg in das Buch fällt leicht; Sophie Jordan führt ihre Leser langsam an die Geschichte und die Charaktere heran. Schon nach den ersten Seiten komme ich ins Grübeln, da ich realisiere, dass es in dieser Welt fast immer finsterste Nacht ist! Ein wirklich furchtbarer Gedanke, zumal ich im Dunkeln absolut unfähig bin.

Luna ist mir schnell sympathisch und auch ihre Mitbewohner gefallen mir. Schnell wird klar, dass sich in dieser Welt jeder selbst der nächste ist und die Freundlichkeit der drei nicht selbstverständlich ist. Luna ist vergleichsweise behütet aufgewachsen; sie konnte sich eine gewisse Naivität bewahren. Angesichts der Lage in Relhok ist das fast schon ein kleines Wunder und mit Blick auf ihre wahre Identität vielleicht auch ein wenig gefährlich.

Im Gegensatz dazu hat Fowler bereits sein ganzes Leben lang das harte Leben in der Realität erfahren. Er hat versucht, sein Herz zu verschließen, denn er ist der Auffassung, dass man allein am besten überleben kann. Gefühle und andere Menschen sind Ballast für ihn - zumindest versucht er sich das einzureden. Doch dann trifft er auf Luna und dieses Mädchen ist so ganz anders als die Welt, die ihm bisher begegnet ist.

Sophie Jordans Schreibstil hat mir sehr gefallen. Für mich kam keine Langeweile auf und die Seiten flogen nur so dahin. Gut gefallen hat mir auch der ständige Wechsel der Erzählperspektive - mal aus Luna und mal aus Fowlers Sicht. Das hat mir beide Protagonisten gleichermaßen nahegebracht und dem Roman mehr Tiefe gegeben.

Das offene Ende hat mich kribbelig zurückgelassen. Ich möchte unbedingt wissen, wie es weitergeht, doch leider werde ich mich wohl bis nächstes Jahr gedulden müssen.

Fazit:

Mit "Königreich der Schatten - Die wahre Königin" präsentiert Sophie Jordan einen neuen, spannenden Jugendfantasyroman. MIt ihrem gut konstruiertem Weltenbild und den interessanten Charakteren konnte mich die Autorin wieder einmal gut überzeugen. Fans der Autorin und dieses Genres werden hier auf jeden Fall auf ihre Kosten kommen. 






Hardcover mit 384 Seiten
Autorin: Sophie Jordan
Übersetzer/in: Barbara Imgrund
Ver
lag: HarperCollins
 

Facebookauftritt des Verlags → HIER 
erschienen: 06.03.2017
Preis: 18,00 Euro
ISBN: 9783959670708

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Vielen Dank an HarperCollins für die Zusendung eines Rezensionsexemplars.

Montag, 13. März 2017

Rat der Neun: Gezeichnet

"In einer Galaxie, in der Gewalt und Rache das Leben der Völker beherrschen, besitzt jeder Mensch eine besondere Lebensgabe, eine einzigartige Kraft, die seine Zukunft mitgestaltet. Doch nicht jeder profitiert von seiner Gabe …

Cyra ist die Schwester des brutalen Tyrannen Ryzek. Ihre Lebensgabe bedeutet Schmerz, aber auch Macht – was ihr Bruder gezielt gegen seine Feinde einsetzt. Doch Cyra ist mehr als bloß eine Waffe in seinen Händen: Sie ist stark und viel klüger, als er denkt.

Akos stammt aus einem friedliebenden Volk und steht absolut loyal zu seiner Familie. Als Akos und sein Bruder von Ryzek gefangen genommen werden, trifft er auf Cyra. Er würde alles dafür tun, seinen Bruder zu retten und mit ihm zu fliehen, doch mächtige Feinde stehen ihm im Weg. Akos und Cyra müssen sich entscheiden: sich gegenseitig zu helfen oder zu zerstören …" (Quelle: cbt Verlag)


Meine Meinung:

Als Fan der Reihe "Die Bestimmung" von Veronica Roth konnte ich natürlich nicht umhin, auch ihr neuestes Werk zu lesen. "Rat der Neun" ist als Dilogie angelegt und hat ein gänzlich anderes Setting, als die Vorgängerreihe. Cover und Klappentext versprechen jede Menge Spannung.

Doch zunächst muss man sich als Leser erst einmal mit den neuen Gegebenheiten vertraut machen. Das Weltenbild ist komplex und fernab von allem, was ich bisher gelesen habe.

 
Die Protagonisten leben auf einem ziemlich unwirtlichen Planeten; ihre Völker sind erklärte Feinde und meiden sich zumeist. Besonderes Ansehen genießt man, wenn man eine besondere Lebensgabe hat, doch nicht immer, empfindet sie die entsprechende Person als Bereicherung. So wie Cyra, die sehr darunter leidet und zum Werkzeug ihres Bruders geworden ist. Dies ändert sich, als dieser Akos und seinen Bruder gefangennimmt, denn ersterer hilft Cyra, mit ihrem Leiden besser fertigzuwerden.

Während die Passagen bezüglich Akos im personalen Stil erzählt werden, erfährt man das Geschehen rund um Cyra aus ihrer direkten Sicht als Ich-Erzählerin. Dadurch kam mir Cyra natürlich schneller näher, da ich auch an ihren Gefühlen direkter teilhaben konnte. Zudem kratzte sie mit ihrem Leiden sofort an meinem Mitleid, konnte mich aber dennoch mit ihrer Stärke überzeugen. Deswegen blieb Akos für mich zunächst etwas blasser zurück.

Der Erzählstil der Autorin ist gewohnt fesselnd. Sie schafft es auf eine ganz besondere Art, Gefühle zu ihren Lesern zu transportieren, wodurch es mir unmöglich war, auf Distanz zu gehen.

Gut gefallen hat mir auch, dass die beiden Protagonisten sich sehr langsam angenähert haben. Alles andere hätte in dieser Situation auch unglaubwürdig gewirkt. Hier hat die Autorin ein sicheres Händchen bewiesen.

Das Ende des Romans ist spannungsgeladen und macht definitiv Lust auf mehr.

Fazit:

"Rat der Neun - Gezeichnet" von Veronica Roth konnte mich mit einem interessanten Weltenbild überzeugen. Die düstere Stimmung des Romans wurde augenblicklich zu mir transportiert und hat mich gemeinsam mit den tollen Charakteren durch die spannende Handlung gezogen. Ich bin bereits sehr neugierig, wie es weitergehen wird. 





gebundenes Buch mit 608 Seiten
Autorin: Veronica Roth
Übersetzer/in: Petra Koob-Pawis, Michaela Link
Verlag: cbt 
 
erschienen: 17.01.2017
Preis: 19,99 Euro
ISBN: 978-3-570-16498-3
 
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Vielen Dank an den cbt Verlag für die Zusendung eines Rezensionsexemplars.


Freitag, 17. Februar 2017

Götterfunke - Liebe mich nicht

Jess freut sich darauf, ihre Sommerferien gemeinsam mit ihrer besten Freundin Robyn und den Freunden Josh und Cameron mitten in der Natur zu verbringen. Das sind die einzigen Wochen im Jahr, in denen sie sich Abstand von ihrer Familie und ihrem anstrengenden Alltag gönnt.


Allerdings hätte sie nicht damit gerechnet, auf Cayden zu treffen, der nicht nur ihr Herz für sich gefangennimmt, sondern auch das vieler anderer Mädchen im Camp. Dabei verfolgt er einen ausgeklügelten Plan, um sich seinen sehnlichsten Wunsch zu erfüllen und verwickelt dabei Jess in ein Spiel der Götter, das so einige Gefahren bereithält.

Meine Meinung:

Seit der Mond-Licht-Trilogie bin ich begeistert von Marah Woolfs Büchern, von denen mich bisher noch keines enttäuscht hat. Auch die Leseprobe von "Götterfunke" fand ich wieder sehr verheißungsvoll, weshalb das Buch auch unbedingt in mein Bücherregal wandern musste.

Die Einführung in die Handlung geht recht schnell, die Autorin scheint sich nicht lange mit einer Vorstellung ihrer Charaktere aufzuhalten, sondern lässt diese sofort für sich selbst sprechen. Dabei konnte mich Marah Woolf bereits auf den ersten Seiten mit ihrem Schreibstil fesseln. Er wirkt frisch und rund und übt dabei einen Sog auf mich aus, der dafür sorgt, dass ich gar nicht aufhören mag zu lesen.


Ihre Protagonisten sprechen mich hierbei gleich zu Beginn an und hinterlassen bei mir den Wunsch, mehr über sie zu erfahren. Das Leben von Jess war in den letzten Jahren nicht einfach. Nach dem Weggang des Vaters, verfiel ihre Mutter dem Alkohol und hat es mehr oder weniger Jess überlassen, sich um die kleine Schwester Phoebe zu kümmern. Trotz dieser Aufgabe scheint diese ihr Leben bislang gut im Griff gehabt zu haben, hat sie doch zwei wirklich gute Freunde an ihrer Seite. Doch ihr Zusammentreffen mit Cayden wirft ihr Leben aus den festgefahrenen Fugen und schubst sie in ein Gefühlschaos, das kein Ende zu finden scheint.

Cayden scheint mit einem Ego ausgestattet zu sein, von dem man kaum glauben mag, dass es gemeinsam mit ihm durch eine Tür passt. Aber wenn man ein Gott und daran gewöhnt ist, dass sich einem die Frauen zu Füßen werfen, bleibt das wohl nicht aus. Nebenbei ist er eigentlich auch kein schlechter Kerl, wenn man von seinem Wettstreit mit Zeus absieht. Seinen Grund hierfür kann ich noch nicht ganz nachvollziehen, aber ich nehme an, dass in den Folgebänden hierzu mehr Informationen kommen.

Von den weiteren Charakteren des Buches konnte vor allem Leah schnell mein Herz gewinnen. Sie ist flippig, ehrlich und direkt und damit genau die Sorte Mädchen, die man gerne zur Freundin hätte. Gerne hätte ich allerdings auch mehr über Jess' Mutter und Schwester erfahren und hoffe, dass dieser Wunsch im zweiten Band erfüllt wird.

Der Handlungsinhalt erinnert mich zugegebenermaßen sehr an die "Shadow Falls Camp"-Reihe. Zumindest drängt sich dieser Gedanke mir ungefragt auf. Sowohl das Setting, als auch die Charaktere haben für mich einiges an Ähnlichkeiten aufzuweisen, nur, dass es hier nicht um Schattenwesen, sondern um Götter geht. Aber da ja bekanntlich schon so ziemlich alles mal im Genre Jugendfantasy dagewesen ist, habe ich dies zwar zur Kenntnis genommen, mein Lesevergügen konnte es aber nicht stören. Dazu konnte mich der Schreibstil einfach zu sehr überzeugen.

Die Beziehungskiste zwischen Jessie und Cayden ist verzwickt und von einem ewigen Hin und Her durchzogen. Das empfinde ich zuweilen ein wenig anstrengend; allerdings gehöre ich auch nicht zu der anvisierten Altersgruppe, für die das Buch angepriesen wird.
Besonders gut gefallen haben mir die kurzen Einschübe, in denen Hermes die Leser etwas hinter die Kulissen blicken lässt. Sein Humor hat mich sehr angesprochen, ebenso wie das spannende Ende, das mich begeistert auf die Fortsetzung hoffen lässt.

Fazit:

"Götterfunke - Liebe mich nicht" ist der Auftakt zu einer neuen Trilogie von Marah Woolf. Mit ihrem flüssigem Schreibstil hat mich die Autorin durch eine gut durchdachte Handlung geführt, die mit interessanten Charakteren punkten konnte. Fans von Percy Jackson und Shadow Falls Camp werden hier auf jeden Fall ebenso auf ihre Kosten kommen, wie der jugendliche und junggebliebene Fantasyleser. 




gebundenes Buch mit 464 Seiten
Verlag: Dressler
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erscheint: 20.02.2017
Alter: ab 14 Jahren
Preis: 18,99 Euro
ISBN: 978-3-7915-0029-4
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